Bewährungshilfe

Die Bewährungshilfe – ein enger Partner

Zur Erreichung der Projektziele in NIA besteht im Sinne des Schnittstellenmanagements eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Mittelhessischer Bildungsverband e.V. und der Bewährungshilfe sowie den Arbeitsagenturen und Jobcentern.

Nach der Zuweisung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Bewährungshilfe, beginnt ein etwa halbjährlicher, individueller Betreuungsprozess durch NIA-Coaches. Dieser Begleitungsprozess beinhaltet Profiling, Coaching und Bewerbungstraining sowie Unterstützung bei der Gewinnung eines Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes. Alle Maßnahmen finden in enger Abstimmung mit den Bewährungshelferinnen und –helfern statt.

Bewährungshelferinnen und -helfer sind Sozialarbeiterinnen und -arbeiter oder Sozialpädagoginnen und –pädagogen mit einem abgeschlossenen Studium und staatlicher Anerkennung. Sie sind am jeweiligen Landgericht beschäftigt; ihr Arbeitgeber ist also die Justiz.

Die Aufgaben der Bewährungshelfer/innen sind im Strafgesetzbuch und im Jugendgerichtsgesetz geregelt. Danach stehen sie dem Verurteilten für eine vom Gericht festgelegte Dauer helfend und betreuend zur Seite und überwachen im Einvernehmen mit dem Gericht die Erfüllung der Auflagen und Weisungen sowie der Anerbieten und Zusagen. Sie berichten dem Gericht in gewissen Zeitabständen über die Lebensführung des Verurteilten; gröbliche und beharrliche Verstöße sowie die Kenntnis über neue Straftaten sind dem Gericht unaufgefordert und unverzüglich mitzuteilen. 

Durch diesen per Gesetz definierten Aufgabenkatalog ist das Berufsbild der Bewährungshilfe gezeichnet vom sog. Doppelmandat: den Mandaten von Hilfe und Kontrolle zugleich - mit dem Ziel der Resozialisierung und Vermeidung neuer Straffälligkeit.

Neben der Kontrolle von im Beschluss festgelegten Auflagen und Weisungen, der Kontaktpflicht zur Bewährungshilfe, der vorgeschriebenen Aktenführung und regelmäßigen Berichterstattung an das Gericht, leistet die Bewährungshilfe umfassende sozialpädagogische Hilfen in Form von Beratung und Unterstützung in Bereichen wie Wohnen, Bildung und Arbeit, Schulden und Finanzen, Sucht und psychische Erkrankungen, Ehe- und Erziehungsschwierigkeiten, Aufenthaltsrecht und Sprache u.v.m. Sie vermittelt ggf. an entsprechende Fachstellen, bezieht bei Bedarf ehrenamtliche Mitarbeiter ein und unterstützt den Klienten im Umgang mit Behörden und anderen Institutionen auf dem Weg zu einer straffreien Lebensführung.

Weitergehende Informationen können Sie der Website der Landesarbeitsgemeinschaft hessischer Bewährungshelfer entnehmen: http://www.bewaehrungshilfe-hessen.de/